Wie hoch ist der Strombörse preis aktuell in Deutschland – und was sagt er über den Markt 2026 aus?
Für die meisten dürfte der Strombörse preis aktuell kein bekannter Wert sein – ein wenig zu Unrecht, beeinflusst er doch langfristig Tarife, Investitionsentscheidungen und die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik und Batteriespeichern. Wer Spot- und Terminpreise und deren Entstehung ein wenig versteht, kann viel besser einschätzen, wohin sich der deutsche Strommarkt bis 2026 entwickelt.
Wo lässt sich der Strombörse preis aktuell prüfen?
Der wichtigste Referenzmarkt für Deutschland ist die EPEX SPOT – eine der europäischen Handelsplattformen für Strom. Im sogenannten Day-Ahead-Auktionsverfahren wird dort Strom für den nächsten Tag gehandelt. Für jede Stunde des Folgetags entsteht damit aus Angebot und Nachfrage ein konkreter aktueller Börsenstrompreis. Die Werte kann jeder täglich einsehen und für sich Schlüsse aus dieser zentralen Marktkennzahl ziehen.
Dann gibt es auch noch den Intraday-Handel – dort wird Strom in Intervallen von 15 Minuten bis kurz vor Lieferzeitpunkt gehandelt. An diesen Preisen sieht man direkt kurzfristige energierelevante Ereignisse wie aktuelle Wetteränderungen oder Kraftwerksausfälle.
Wer als Endnutzer Informationen sucht, sollte Plattformen wie Energy-Charts, SMARD (Bundesnetzagentur) oder Börsenportale mal unter die Lupe nehmen. Die Preise werden grafisch schön dargestellt als Tages-, Wochen- oder Jahresansicht. "Day Ahead" und "Intraday" sind Spotmärkte – Handelsplätze für sehr kurzfristig lieferbare Energie. Spotpreise zeigen die aktuell aus Angebot und Nachfrage sich bildenden Strompreise – stark beeinflusst durch die erzeugten Mengen, den Verbrauch, die allgemeine Netzsituation und das Wetter.
Spot- und Terminpreise: zwei unterschiedliche Marktsignale
Am Spotmarkt trifft also kurzfristiger Bedarf auf ein mehr oder weniger großes Angebot an Strommengen. Im Day-Ahead-Preis zeigt sich die erwartete Situation für den kommenden Tag, Intraday-Preise bilden dagegen kurzfristige Korrekturen ab.
Auf dem Strom-Terminmarkt dagegen verhandeln Anbieter und Abnehmer Terminpreise und Liefermengen für bis zu fünf Jahre in die Zukunft. Kurzfristige Schwankungen werden dadurch geglättet. Man sieht an diesen Preisen nicht den Systemzustand, sondern Markterwartungen und Prognosen. Darein fließen Einschätzungen zu Brennstoffkosten, zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Netzverfügbarkeit. Und natürlich die wechselhafte Politik dazu.
Preisunterschiede – Spreads genannt – zwischen deutschen und französischen Strom-Futures sind kein Zufall. An ihnen kann man ablesen, wie unterschiedlich die beiden Länder Strom erzeugen, welche Kraftwerke verfügbar sind und wie gut die Netze funktionieren. Aus diesem Grund sind solche Spreads ein wichtiger Gradmesser für langfristige Entwicklungen am Strommarkt. Der Strommarkt hat wegen der eingeschränkten Transportmöglichkeiten anders als andere Rohstoffmärkte verschiedene Teilmärkte mit jeweils unterschiedlichen Strompreisen.
Wie der Markt Spotpreise bildet und Energiekostentrends entstehen
Grundlage der Preisbildung ist das Merit-Order-Prinzip (oder einfach: Einsatz-Reihenfolge). Denn jeder Betreiber wirft ein Kraftwerk erst an, wenn es mindestens seine gesamten Kosten deckt. Das teuerste Kraftwerk, das so noch zum Einsatz kommt, definiert damit den Strompreis. Erneuerbare Energie mit ihren niedrigen variablen Kosten wird zuerst genutzt, fossile Kraftwerke zuletzt. Das teuerste zur Deckung des gesamten Bedarfs noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Börsenpreis.
Wind und Sonne drücken also quasi die Preise; wenn sie schwach sind, steigen die Strombörse preis aktuell. Besonders relevant bleiben Gaspreise, da Gaskraftwerke häufig preisbestimmend sind und die Bundesregierung in Zeiten schwacher Erneuerbarer auf Gas setzt.
Zu bedenken sind darüber hinaus grenzüberschreitende Stromflüsse – vor allem in Europa. Deutschland ist da stark gekoppelt; Engpässe oder hohe Nachfrage in Nachbarländern wirkt sich unmittelbar auf die heimischen Preise aus. Lokale Netzrestriktionen können zusätzlich kurzfristige Preisspitzen erzeugen.
Wichtig ist dann auch noch ein Blick auf die Infrastruktur. Geplante oder absehbare Wartungen oder ungeplante Ausfälle thermischer Kraftwerke wirken sich da voll aus. Ist der Markt sowieso schon sehr angespannt macht das die die Volatilität nur noch stärker.
Entwicklung Energiepreise Deutschland: Sechs Treiber für die Preise 2026
1. Gaspreise und globale Versorgung
Sehr spezifisch für Deutschland: Gaspreise und ihre Entwicklung schlagen direkt auf den Strommarkt durch. Man könnte denken, der Preis sei hier ausschlaggebend – der Gasmarkt ist allerdings vernetzt und damit komplizierter. Unterm Strich sorgen Unsicherheiten auf diesem Markt für steigende Strompreise.
2. Energiekosten Entwicklungund CO₂-Preise
Wie gesehen steuert der Preis für CO₂-Zertifikate im EU-Emissionshandel maßgeblich, was Strom aus fossilen Kraftwerken kostet. Steigende CO₂-Preise verteuern insbesondere Gas- und Kohlekraftwerke und verschieben mittels des Merit-Order-Prinzips die Wettbewerbsfähigkeit in Richtung erneuerbarer Energien. Dieser Bereich ist auch extrem anfällig für politische Eingriffe. Für 2026 bestehen hier erhebliche Unsicherheiten.
3. Ausbau erneuerbarer Energien
Der anhaltende Ausbau von Wind- und Solaranlagen wirkt langfristig stabilisierend auf das Preisniveau, weil hier naturgemäß die Grenzkosten der Stromerzeugung sehr niedrig sind. Der hohe Anteil aus Erneuerbaren bringt allerdings auch stärkere Preisschwankungen mit sich: Sonne und Wind drücken die Preise, Flauten oder Dunkelheit lassen konventionelle Kraftwerke den Preis stärker bestimmen. Diese Dynamik prägt zunehmend den Stromhandel; das wird so bleiben.
4. Netzausbau und strukturelle Engpässe
Ein zentrales Nadelöhr bleibt bei uns das Stromnetz. Der Netzausbau hinkt hinterher, sowohl bei den Übertragungsnetzen als auch bei den Verteilnetzen – Strom kommt nicht immer dort an, wo er gebraucht wird. Daraus resultieren regionale Preisunterschiede, sogenannte "Redispatch"-Maßnahmen und die temporäre Abregelung erneuerbarer Anlagen. Als strukturelles Thema (Netzausbau) wird es bleiben. Und es beeinflusst die Preisbildung mittelfristig und nachhaltig.
5. Elektrifizierung von Wärme und Verkehr
Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen werden allmählich populärer, beide brauchen Strom. Hier ist der Zeitpunkt des Verbrauchs zentral – laden oder heizen viele Verbraucher gleichzeitig, erhöht das den Preisdruck. Was viele nicht wissen, hier aber klar wird: Lastensteuerung hilft auch hier. Das geht zum Beispiel mit intelligenten Tarifen oder eigenen Energiemanagementsystemen wie HEMS. Das erlaubt Haushalten, für sich Preisspitzen abzufedern und Netze zu entlasten.
6. Politische Maßnahmen und regulatorische Eingriffe
Die Politik darf als Einflussfaktor hier nicht fehlen. Werden Netzentgelte angepasst, stehen Industriestrompreise im Fokus von Debatten oder sind steuerliche Änderungen in der Pipeline, dann wird es am Markt spürbar. Wer die Preisentwicklung gut abschätzen will, kann diese Rahmenbedingungen als wesentlichen Unsicherheitsfaktor nicht ignorieren.

Praktische Bedeutung für Haushalte und kleine Unternehmen
Praktisch bekommen Haushalte das zu spüren. Spotpreise wirken sich da eher langfristig aus – insbesondere bei Neuabschlüssen oder Stromtarifen mit variablen Anteilen. Kurz gesagt: Fallen die Forwardpreise, wird’s perspektivisch günstiger – steigen sie, eher nicht.
Man muss nicht passiv bleiben – Stromspeicher erlauben etwas Kontrolle über die besonders nachteiligen Volatilitäten. Zeitversetzter Verbrauch ist das Zauberwort – etwa das Laden bei niedrigen Preisen hilft Kosten zu senken. Systeme wie EcoFlow PowerOcean spielen hier ihre Stärken aus: intelligentes Energiemanagement. Erfahren Sie hier mehr über EcoFlow PowerOcean.
Haushalte profitieren aber auch von Terminmärkten. Langfristige Festpreisverträge orientieren sich eher an den Terminpreisen als an aktuellen Spotwerten. Bei der Frage, ob man in Photovoltaik und Speicher investieren soll, kann der Blick auf diese Werte eine hilfreiche Orientierung geben. Fordern Sie jetzt eine Beratung an.
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Wird Strom wieder billiger? Kurze Checkliste zur Marktbeobachtung
Wie schätzt man jetzt am besten die Preise für 2026 ein? Auf diese Infoquellen sollte man ein Auge werfen:
Täglich: Day-Ahead-Preise bei EPEX SPOT oder Energy-Charts
Wöchentlich: Gaspreise, CO₂-Zertifikate, Wind- und Solarerzeugung
Monatlich: Marktberichte von SMARD, Agora Energiewende oder Börsenanalysen
Jährlich: Prognosen von IEA, Fraunhofer ISE oder EU-Kommission
Der Markt reagiert auf die Bewegung von Futures, politische Richtungsänderungen oder Veränderungen im Energiemix. Wer hier nicht den Überblick verliert und die im Artikel besprochenen Faktoren im Blick behält, kann seine Entscheidung informierter und besser treffen, sei es bei Tarifen, Speichern oder Investitionen.
FAQ
Wie hoch ist die Strompreisprognose für 2026?
Im Jahr 2026 werden die Strompreise aufgrund staatlicher Entlastungsmaßnahmen voraussichtlich leicht sinken, sodass sie im Durchschnitt bei etwa 33 bis 37 Cent/kWh liegen könnten. Berücksichtigen Sie auch regionale Unterschiede.
Wie hoch ist der durchschnittliche Börsenstrompreis?
Der Börsenstrompreis in Deutschland (Day-Ahead-Auktion) bewegte sich 2025 schwankend, mit einem Anstieg von ca. 68 €/MWh (H1 2024) auf etwa 87 €/MWh im Jahresdurchschnitt 2025, wobei die Preise monatlich stark variierten.
Wie entwickelt sich der Börsenstrompreis?
Der Strombörsen-Preisverlauf an der EPEX Spot zeigt extreme Schwankungen, abhängig von Angebot (erneuerbare Energien) und Nachfrage, Krisen sowie Gaspreisen; 2022 gab es Rekordhöhen, 2023/2024 eine Beruhigung, aber auch hohe Preise bei Dunkelflauten.
Warum ist der Börsenstrompreis aktuell so hoch?
Grundsätzlich unterliegen die Strompreise den üblichen Marktmechanismen. Bei hohem Angebot von günstigem Strom und einer geringen Nachfrage sinkt der Preis. Ist die Nachfrage jedoch hoch und das Angebot niedrig, steigt der Preis entsprechend.
Wann ist der Strom an der Börse am günstigsten?
0–6 Uhr nachts: günstiger Strom, da niedriger Bedarf. 11– 16 Uhr tagsüber: günstiger Strom, da hohe EE-Produktion, teilweise sogar negative Preise. 16–21 Uhr abends: teurer Strom, da hoher Bedarf und wenig EE-Produktion.