Wie entlüftet man eine Heizung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn der Herbst beginnt und die ersten kalten Nächte einsetzen, rückt die Heizungsanlage wieder in den Fokus. Bleiben einzelne Heizkörper lauwarm, obwohl die Heizung läuft, oder sind gluckernde Geräusche zu hören, stellt sich schnell die Frage: Wie entlüftet man eine Heizung richtig? Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Luft aus der Heizungsanlage entfernt wird, um einen effizienten Betrieb und eine zuverlässige Wärmeversorgung im Winter sicherzustellen.
Welche Werkzeuge braucht man zum Entlüften der Heizung?
Eine gute Vorbereitung erleichtert das Heizung entlüften und hilft, Verschmutzungen zu vermeiden. Mit den passenden Hilfsmitteln lässt sich die Heizung entlüften sauber, sicher und ohne großen Aufwand durchführen.
Entlüftungsschlüssel oder Schraubendreher
Für moderne Heizkörper wird in der Regel ein handelsüblicher Entlüftungsschlüssel benötigt. Dieser ist kostengünstig erhältlich, zum Beispiel in Baumärkten wie Bauhaus, OBI oder Hornbach. Bei älteren Heizkörpern kann das Entlüftungsventil auch für einen Schlitzschraubendreher ausgelegt sein. Ein passender Entlüftungsschlüssel reduziert das Risiko von Beschädigungen am Ventil und ist daher empfehlenswert.
Auffanggefäß und Tuch
Sobald die eingeschlossene Luft entweicht, kann Heizungswasser austreten. Ein kleines Auffanggefäß, etwa eine Tasse oder ein flacher Messbecher, hilft dabei, das Wasser gezielt aufzufangen. Mit einem Tuch lassen sich einzelne Tropfen sofort entfernen und der Bereich sauber halten.
Schutzhandschuhe und Bodenunterlage
Das Wasser im Heizsystem kann eine hohe Temperatur erreichen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich das Tragen von Schutzhandschuhen. Zusätzlich schützt ein Handtuch oder eine andere Unterlage unter dem Entlüftungsventil empfindliche Bodenbeläge wie Parkett oder Teppich vor austretendem Schmutzwasser.
Manometer zur Kontrolle des Anlagendrucks
Das Manometer befindet sich in der Regel zentral an der Heizungsanlage und nicht direkt am Heizkörper. Nach dem Entlüften der Heizkörper sollte der Anlagendruck unbedingt überprüft werden, da er durch das Ablassen von Luft absinken kann. So stellen Sie sicher, dass die Heizung auch nach dem Entlüften zuverlässig arbeitet und alle Heizkörper gleichmäßig warm werden.
Wie entlüftet man eine Heizung: Schrittweise Vorgehensweise
Eine klare und systematische Reihenfolge ist entscheidend, damit die eingeschlossene Luft vollständig aus der Heizungsanlage entweicht und der Betrieb anschließend gleichmäßig und stabil bleibt.
Schritt 1: Thermostatventile öffnen, Anlage ausschalten
Öffnen Sie alle Heizkörper vollständig und schalten Sie die Umwälzpumpe oder die Heizungsanlage aus. Warten Sie 30 bis 60 Minuten, bis sich die Luft im System gesammelt hat.
Schritt 2: Wie entlüftet man eine Heizung – von unten nach oben
Beginnen Sie mit dem tiefstgelegenen Heizkörper (meist im Erdgeschoss) und arbeiten Sie sich Etage für Etage nach oben vor. So wird die Luft gezielt aus allen Heizkörpern entfernt.
Schritt 3: Auffangbereich vorbereiten
Legen Sie ein Handtuch oder eine Bodenunterlage unter den Heizkörper und halten Sie ein Auffanggefäß direkt unter das Entlüftungsventil, um austretendes Wasser aufzufangen.
Schritt 4: Entlüftungsventil öffnen
Setzen Sie den Entlüftungsschlüssel an und drehen Sie das Ventil langsam gegen den Uhrzeigersinn. Meist reicht eine halbe Umdrehung aus. Ein Zischen zeigt an, dass Luft entweicht.
Schritt 5: Ventil schließen, sobald Wasser austritt
Sobald Wasser gleichmäßig und ohne Luftblasen austritt, schließen Sie das Ventil im Uhrzeigersinn.
Schritt 6: Anlage einschalten und Druck prüfen
Schalten Sie die Heizungsanlage wieder ein und prüfen Sie den Anlagendruck am Manometer. Füllen Sie bei Bedarf Wasser nach.

Wann sollte man die Heizung entlüften?
Regelmäßige Wartung trägt wesentlich zur Lebensdauer und Effizienz einer Heizungsanlage bei. In Deutschland, wo Heizkosten einen erheblichen Anteil der Nebenkosten ausmachen, ist es sinnvoll, eingeschlossene Luft frühzeitig zu erkennen und zu entfernen. In den folgenden Situationen ist ein Entlüften besonders sinnvoll.
Vor Beginn der Heizsaison
Es ist ratsam, die Heizkörper einmal jährlich vor dem Start der Heizperiode zu entlüften, idealerweise im Herbst. Während der Sommermonate können sich im System Luftblasen ansammeln und zu größeren Luftpolstern verbinden. Ein vorbeugendes Entlüften unterstützt einen effizienten Heizbetrieb zum Saisonbeginn und entlastet die Umwälzpumpe.
Wenn der Heizkörper oben kalt bleibt
Bleibt der obere Teil eines Heizkörpers kühl, während der untere warm wird, ist meist Luft im System eingeschlossen.Da Luft leichter ist als Wasser, sammelt sie sich im oberen Bereich des Heizkörpers und blockiert dort den Wasserdurchfluss. Die Heizleistung bleibt dadurch eingeschränkt, obwohl Energie verbraucht wird.
Bei gluckernden oder blubbernden Geräuschen
Gluckernde oder blubbernde Geräusche in Heizkörpern oder Rohrleitungen sind ein typisches Anzeichen für Luft im System. Die eingeschlossene Luft stört den gleichmäßigen Wasserfluss und führt dazu, dass die Heizung nicht effizient arbeitet.In solchen Fällen sollte zeitnah entlüftet werden, um die Funktion der Anlage zu stabilisieren und mögliche Folgeschäden zu vermeiden.
Nach Wartungsarbeiten oder dem Nachfüllen der Anlage
Bei Reparaturen, Wartungsarbeiten oder dem Nachfüllen von Heizungswasser gelangt zwangsläufig Luft in das System. Zusätzlich enthält frisches Leitungswasser gelöste Gase, die sich beim Erwärmen freisetzen. Nach solchen Eingriffen empfiehlt es sich, alle Heizkörper im Gebäude zu entlüften, beginnend im unteren Bereich, um die Effizienz in Kombination mit einer Solaranlage mit Speicher optimal zu nutzen.
Wichtige Hinweise beim Entlüften der Heizung
Damit das Entlüften der Heizungsanlage sicher durchgeführt wird und langfristig den gewünschten Effekt erzielt, sollten einige technische Aspekte beachtet werden.
Warum die richtige Reihenfolge entscheidend ist
Das Entlüften sollte im unteren Bereich des Gebäudes beginnen und schrittweise nach oben erfolgen. So wird verhindert, dass Luft erneut in bereits entlüftete Heizkörper zurückwandert. Während des Entlüftungsvorgangs sollte die Umwälzpumpe ausgeschaltet bleiben. Ist die Pumpe in Betrieb, wird die Luft im System zu stark verteilt und kann nicht gezielt entweichen. In ungünstigen Fällen kann dadurch sogar zusätzliche Luft in den Heizkreislauf gelangen.
Anlagendruck nach dem Entlüften prüfen
Durch das Ablassen von Luft verringert sich das Volumen im Heizsystem, was häufig zu einem Abfall des Anlagendrucks führt. Der Druck sollte sich in der Regel im Bereich von etwa 1,2 bis 1,5 bar bewegen. Liegt er darunter, ist Heizungswasser nachzufüllen, damit die Anlage sich nicht abschaltet und weiterhin zuverlässig arbeitet.
Sicherheit und Dichtheit sicherstellen
Das Heizungswasser kann Temperaturen von über 60 °C erreichen. Gehen Sie daher stets vorsichtig vor, um Verbrühungen zu vermeiden. Nach dem Entlüften empfiehlt es sich, die Entlüftungsventile nach einigen Minuten erneut mit einem trockenen Tuch zu überprüfen. Weist ein Ventil leichte Feuchtigkeit auf, genügt meist ein behutsames Nachziehen, um kleine Undichtigkeiten zu beheben und Schäden an Bodenbelägen vorzubeugen.

Was tun, wenn der Heizkörper weiterhin kalt bleibt?
Wenn alle beschriebenen Schritte korrekt durchgeführt wurden und ein Heizkörper dennoch nicht warm wird, liegt die Ursache möglicherweise tiefer als lediglich eingeschlossene Luft.
Hydraulisches Ungleichgewicht im Heizsystem prüfen
Sind einige Heizkörper sehr warm, während andere trotz Entlüftung nur lauwarm bleiben, kann ein hydraulisches Ungleichgewicht vorliegen. In diesem Fall wird das Heizungswasser nicht gleichmäßig im Gebäude verteilt. In Deutschland wird deshalb häufig ein professioneller hydraulischer Abgleich empfohlen, um den Volumenstrom raumweise anzupassen und eine gleichmäßige Wärmeversorgung sicherzustellen.
Thermostatventil auf Funktionsstörung überprüfen
Insbesondere nach längeren Stillstandszeiten während der Sommermonate kann sich der Ventilstift hinter dem Thermostatkopf festsetzen. In vielen Fällen lässt sich der Stift vorsichtig wieder beweglich machen, sodass der Heizkörper erneut korrekt durchströmt wird.
Wenn einfache Maßnahmen keine ausreichende Wirkung zeigen
Bleibt die gewünschte Heizleistung trotz dieser Maßnahmen aus, kann dies darauf hinweisen, dass eine ältere Heizungsanlage den erforderlichen Druck oder die notwendige Effizienz nicht mehr zuverlässig erreicht. In solchen Fällen sind wiederholte Einzelreparaturen oft nur begrenzt zielführend.
Moderne Heiztechnik als langfristige Lösung
Wenn grundlegende Wartungsmaßnahmen wie das Entlüften dauerhaft keine gleichmäßige Wärme mehr gewährleisten, deutet dies häufig auf ein systemisches Effizienzproblem hin. Eine Modernisierung der Heiztechnik kann helfen, den Energieverbrauch zu senken und den Heizkomfort langfristig zu stabilisieren.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wie die EcoFlow PowerHeat Luft-Wasser-Wärmepumpe stellt eine zeitgemäße Alternative zu älteren Heizkesseln dar. Sie nutzt die Umweltwärme aus der Außenluft und ermöglicht eine zuverlässige Versorgung mit Raumwärme und Warmwasser.
Zur weiteren Steigerung der Eigenversorgung kombinieren viele Haushalte Wärmepumpen mit einem Heimspeichersystem wie EcoFlow PowerOcean. Überschüssiger Solarstrom kann gespeichert und flexibel im Haushalt genutzt werden, was die Abhängigkeit von steigenden Energiepreisen reduziert.
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Häufig gestellte Fragen
1. Ist das Entlüften bei älteren Heizungsanlagen sicher?
Ja, grundsätzlich ist das Entlüften auch bei älteren Heizungsanlagen sicher. Bei empfindlichen oder bereits korrodierten Ventilen sollte jedoch besonders vorsichtig vorgegangen werden.
2. Ist es normal, dass beim Entlüften verschmutztes Wasser austritt?
Ja, das ist vollkommen normal. Das Wasser kann Korrosionsrückstände und Mineralien aus dem Heizsystem enthalten.
3. Wie lange dauert das Entlüften eines Heizkörpers?
Das Entlüften eines einzelnen Heizkörpers dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Sekunden. Für ein gesamtes Haus sollte je nach Anzahl der Heizkörper insgesamt etwa 30 bis 60 Minuten eingeplant werden.
4. Gibt es automatische Entlüftungsventile?
Ja, automatische Entlüfter sind erhältlich. Diese werden jedoch häufiger in gewerblichen oder größeren Heizungsanlagen als in Wohngebäuden eingesetzt.
5. Verbessert das Entlüften die Heizeffizienz sofort?
Ja, nach dem Entlüften kann sich das Heizungswasser wieder gleichmäßig im gesamten Heizkörper verteilen. Dadurch wird die Wärme effizienter abgegeben und der Energiebedarf für die Raumheizung reduziert.
Fazit
Das Entlüften der Heizkörper ist eine einfache, aber wichtige Wartungsmaßnahme, die zu einer gleichmäßigen Wärmeverteilung und einem kontrollierten Energieverbrauch beiträgt. In den meisten Fällen lassen sich damit luftbedingte Störungen beheben. Wenn Heizkörper dennoch dauerhaft kalt bleiben oder ungewöhnliche Geräusche auftreten, kann dies auf eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Heizungsanlage hinweisen.In Kombination mit einer EcoFlow-Solarbatterie lässt sich die Heizungsanlage zudem effizienter mit selbst erzeugtem Solarstrom betreiben. Regelmäßige Kontrollen unterstützen einen zuverlässigen Betrieb und tragen zur langfristigen Funktionsfähigkeit des Heizsystems während der Heizperiode bei.